Esstörungen und co.

„Denn es kann nur eine Germany's next Topmodel werden..." Tja und die gewinnt 100.000€, bekommt ein Auto und trägt eben nicht Kleidergröße 42. "Dünn-sein" macht das Leben doch so einfach und schön. So wird es uns Jugendlichen doch von allen Seiten, tagtäglich eingetrichtert. Werbungen bestehen zu 80% aus Frauen im gelben Bikinis, i-make-you-sexy Typen oder aus Agenturen die Kalorien durch Punkte ersetzen. Wir nehmen das so hin. Realisieren dieses ganze Gequatsche um Abnehmen gar nicht mehr. Doch dann fängt einer an, sich den Quatsch mal genauer anzuschauen. Probiert es einfach mal und es kommt der Erfolg. Die Zahl auf der Waage sinkt. Also weiter ! So, und jetzt fängt die ganze Scheiße an. Denn es gibt irgendwo auf dieser Welt eine Hand voll behinderter Leute, die Apps zum Kalorien zählen entwickeln. Und Leute, ihr wollt nicht wissen, welche Lebensmittel da alle mit Kalorien eingespeichert sind. So lernt man zum Beispiel, dass ein Apfel 76 kcal hat. Hallo? Also wenn man sich mal bei einem Burger über diese Werte informiert... Okay... Aber einen Apfel? Wenn man aber erstmal so weit ist, sich seine Nahrung und die damit verbundenen Kalorien in eine App ein zu tragen und dessen weiteren Optionen, wie das Gewichtsdiagramm, entdeckt, dann unterscheidet man nicht mehr zwischen Apfel und Burger. Dann sind das einfach alles nur noch Kalorien. Das Gewichtsdiagramm verleitet zum täglichen Wiegen, das Feld für Aktivitäten, zum Sport treiben und die Models zum weitermachen. Jeden Tag fühlt man sich schlapper, leerer, kraftloser. Und so allmählich ist das ganze plötzlich gar nicht mehr so schön und einfach. Das gemütliche Familienessen wird zur kontrollierten Nahrungsaufnahme, Supermärkte zu Schlachtfeldern auf den der Kampf gegen das Verlangen existiert und Freizeit zu zusätzlichen Rechenstunden für Kalorien. Schließlich schaut man sich im Spiegel an. Eine dünne Hülle. Jeglicher Glanz, jegliche Energie ist verschwunden. Geklaut von den von den behinderten Entwicklern. Entweder man wacht nun von alleine auf, gute Freunde und Familie rütteln an einen bis zum Augenaufschlag oder man verschläft den Wecker. Doch wenn man erwacht, dann kocht man vor Wut. Zurecht, denn diese ganze Kacke mit Abnehmen, dünn-sein, schön-sein ist der größte Scheiß, den sich die Gesellschaft je zusammen gereimt hat. Ausgelöst durch Pubertät, fortgeführt durch Werbung und beendete durch Diätapps. (Wie sich immer dieses Ende aussieht.) Mit Magersucht und Bulimie ist nicht zu spaßen... Und ich finde es sollte noch viel ernster genommen werden, als wir es schon nehmen. Diese Apps sollten verboten, das Schönheitsideal geändert und das ganze Gerede um Gewichtszunahme eingestellt werden. Lasst die Leute so leben wie sie sind. Dick oder dünn. Ja mein Gott, dann hat man eben zugenommen. Dann hat man eben ein bisschen Hüftspeck. Na und? Ich glaube wir Jugendlichen sind die Generation, in der Essen nicht zum Überleben dient, sondern dem Zusammennkommen und dem Genuss. Zusammen genießen. Das ist das was uns glücklich macht. Und das ist das, was die Essstörungen uns nehmen. Sie nehmen uns nicht Leben, sie nehmen uns Inhalte. Und deswegen bin ich stolz auf mein Genießerbäuchlein und sage nun aus tiefster Überzeugung und aus Liebe zum daneben laufenden, fetten Mops: "Liebe Frau im gelben Bikini, heute habe ich leider kein Foto für dich."

20.5.16 22:27

Letzte Einträge: Das Auto fährt halt..., Kindsein, Mit den Nerven am Ende , "Lass uns mal ein Selfie machen", Einfach mal dankbar sein

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